Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden

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Inhalt: Verkehrszentrale Ems

Der Begriff ''Verkehrszentralen" bezeichnet die von der Wasser­ und Schifffahrtsverwaltung des Bundes an den Seerevieren betriebenen Revierzentralen. Als Reviere in diesem Zusammenhang werden in der nautischen Fachsprache die Zufahrten der Häfen von der Ansteuerung auf See bis zum Liegeplatz verstanden. Die internationale Bezeichnung solcher Zentralen ist "Vessel Traffic Service Centre" (VTS Centre), was auf ihre primären Aufgaben, nämlich das Anbieten von bestimmten Diensten zur Navigationsunterstützung für die Schifffahrt, hinweist. Nachdem in Cuxhaven 1960, Brunsbüttel 1964,Bremerhaven 1965 Verkehrszentralen - ursprünglich Radarzentralen genannt ­ eingerichtet worden waren, begann der Probebetrieb der Radarüberwachung auf der Ems von Borkum aus im Jahr 1967. Die mit modernster Radar- und Nachrichtentechnik ausgerüstete Verkehrszentrale Ems wurde 1972 im jetzigen Gebäude an der Knock mit den Radarstationen Borkum, Knock und Wybelsum in Betrieb genommen.

Radarstation Emden
Radarstation Emden

Radarstation Oude Schip in den Niederlanden
Radarstation Oude Schip (NL)

Radarsturm und VZ Ems
Radarsturm und VZ Ems



Radarstation Borkum
Radarstation auf
dem kleinen LT Borkum

 

Radarstation Wybelsum
Radarstation Wybelsum




Der 1960 mit den Niederländern abgeschlossene Ems-Dollart-Vertrag regelt im wesentlichen die Fragen der seewärtigen Zufahrt der beiderseitigen Häfen an der Emsmündung, das Seezeichenwesen und die Schifffahrtsangelegenheiten. Nach der Errichtung und Inbetriebnahme der Radarstation Oude Schip nahe Eemshaven im Jahr 1974 schlossen Deutschland und die Niederlande 1980 einen hiervon unabhängigen Vertrag über die Zusammenarbeit auf dem Sektor der Verkehrsüberwachung und -beratung (Radarvertrag). Die Verkehrszentrale Ems wurde zu einer deutsch- niederländischen Einrichtung. Die Verkehrszentrale Ems ist eine ständig mit 2 Personen (Nautiker und Assistent) besetzte Dienststelle der WSV, die mittels modernster Technik wie Landradar, UKW-Sprechfunk und elektronischer Datenverarbeitung in ihrem Zuständigkeitsbereich die Schiffsbewegungen überwacht, die Schifffahrtszeichen kontrolliert und aufgrund ihrer fachlichen und gesetzlichen Kompetenz bei Bedarf verkehrsbeeinflussend eingreift, um die Sicherheit und Leichtigkeit des Verkehrs zu gewährleisten.

altes Radarbild schwarz/weiß  Radarberatung mit Sichtgeräten der ersten Generation
Radarberatung mit Sichtgeräten der ersten Generation

Die Aufgaben der Verkehrszentrale liegen im Schutz der maritimen Umwelt, im Überwachen auf Einhaltung der Verkehrsregeln und von Genehmigungen, Erteilen von Informationen an die Schifffahrt, Verfügungen, Befreiungen, Ergreifen von Sofortmaßnahmen, Geben von Navigationshinweisen durch die Wachleiter und der Radarberatung durch Seelotsen. Bis 1986 befuhren Schiffe von und nach holländischen Häfen das Emsmündungsgebiet nach holländischen Verkehrsregeln (z. B. rechts vor links), Fahrzeuge von und nach deutschen Häfen nach deutschen Verkehrsregeln (z. B. Vorfahrtberechtigung im Hauptfahrwasser). Die Fahrzeuge mussten Passiervorgänge absprechen, um gefährliche Situationen zu vermeiden. Gemeinsame Verhandlungen führten 1986 zu einem Regierungsabkommen, genannt ''Schifffahrtsordnung Ems?. Diese besondere Verkehrsordnung regelt den Schiffsverkehr in der Emsmündung. Alle Schiffe ab 40 Metern Länge, egal ob Seeschiffe oder Binnenschiffe, müssen sich vor Einlaufen in das Emsrevier oder bei Verlassen eines Hafens an der Ems bei der Verkehrszentrale Ems auf einem bestimmten Seefunkkanal melden und die Schiffsdaten (Namen, Rufzeichen, Länge, Breite, Tiefgang, Bestimmung) durchgeben. Im Jahr 2001 befuhren 22779 meldepflichtige Fahrzeuge die Ems, davon 12765 Seeschiffe und 10014 Binnenschiffe. Nach der für die Ems gültigen Lotsverordnung müssen sämtliche Tankschiffe sowie andere Fahrzeuge ab 90 Metern Länge vor Befahren der Ems einen Seelotsen an Bord nehmen.
Bei Schiffen mit gefährlicher Ladung und ab einer bestimmten Größe erhält der Seelotse an Bord des ein- oder auslaufenden Fahrzeugs von einem Radarlotsen aus der Verkehrszentrale zusätzliche Informationen, um den Fahrtverlauf des Schiffes noch sicherer zu machen. Bei schlechtem Wetter, wenn das Lotsenversetzschiff nicht auf seiner Versetzposition sein kann, werden die Schiffe von einem Radarlotsen von der Verkehrszentrale aus bis zur revieraufwärts verlegten Versetzposition des Lotsenfahrzeugs gelotst.Bei Nebel oder im Winter, wenn die Fahrwassertonnen wegen Eisgang eingezogen worden sind, erhalten ein- und auslaufende Fahrzeuge aus der Verkehrszentrale auf den entsprechenden Revierfunkkanälen von Seelotsen Radarberatung, um sicher ans Ziel zu gelangen. Stündlich wird auf den Revierfunkkanälen der Ems von der Verkehrszentrale aus eine Lagemeldung ausgesendet. Diese beinhaltet die momentane Verkehrslage im Revier, Besonderheiten im Revier,Wetterbericht, momentane und zu erwartende Wasserstandsdaten. Diese Dienste werden der Schifffahrt rund um die Uhr, also 24 Stunden am Tag angeboten.

Verkehrsüberwachungsplatz der Verkehrszentrale Ems  modernes Radarbild
Verkehrsüberwachungsplatz und modernes Radarbild im neuen Betriebsraum der Verkehrszentrale Ems.

Ansprechpartner:

Leitung VkZ Ems Seewarndienst Emden

Frau Anke van Beckum
Verkehrszentrale Ems
Tel.: +49 4927 1877 280
Fax: +49 4927 1877 287
E-Mail:  anke.van-beckum@wsv.bund.de

 

 

Seewarndienst Emden
Tel.: +49 4927 1877 283
Fax: +49 4927 1877 288