Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden

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Inhalt: Die Verkehrssicherung

Das an der Ems installierte Verkehrssicherungssystem Atlas VTS 9730 wurde Ende der 90er Jahre in Bremen hergestellt und zählt zu den modernsten VTS-Anlagen der Welt. Es ist in sogenannter "Open-System-Architektur" ausgeführt. Hierdurch ist es jederzeit in sich als auch mit anderen Sytemen über definierte, genormte Schnittstellen erweiterbar.

Ein Service-MitarbeiterRadarsender

Das System besteht aus hochauflösenden Rohradaranlagen auf den unbemannten Außenstationen. Die in einer Radarstation gewonnenen analogen Radarbilder werden vor Ort digitalisiert, mit einander verglichen, um Störechos zu beseitigen sowie die Datenmenge zu verringern (Korrelation), in leistungsstarken Rechnern weiterverarbeitet und über moderne digitale Mikrowellen-Richtfunkverbindungen zur Zentrale übertragen. Die 7-GHz- und 23-GHz-Richtfunksysteme sind gedoppelt ausgeführt (Raumdiversity) und gewährleisten eine nahezu huntertprozentige Verfügbarkeit auch bei Schlechtwetterlagen.

SystemschrankRichtfunkantenne

Moderner 7- GHz -Richtfunksender- Empfänger und Parabolantenne

Das VTS-System stellt in der Verkehrszentrale Farb-Radarbilder mit hinterlegter Seekarte zur Verfügung. Neben der Rohradar-Darstellung verfügt das System über eine äußerst präzise automatische Zielverfolgung, die für jedes erfasste Radarziel die genaue Position, Kurs und Geschwindigkeit ermittelt und anzeigt. Mittels Weg-Zeit-Diagrammen ist es möglich, den Schiffsverkehr über mehrere Stunden voraus zu berechnen, um kritische Begegnungen zu ermitteln und so eventuelle Schiffskollisionen zu verhindern. Das VTS-System verfügt über eine digitale Video- und Audioaufzeichnung. Es gestattet, das Verkehrsgeschehen (Radar) über einen Zeitraum von 14 Tagen sowie den UKW-Sprechfunk über 30 Tage digital aufzuzeichnen und bei Bedarf wiederzugeben. Für eine Dokumentation wichtige Situationen können auf CD-ROM gespeichert und Dritten zur Verfügung gestellt werden.

VTS Conntrol VTS-Controlling-Platz Schiffsdatenverarbeitung

SDVS

Schiffsdatenverarbeitung (SDVS)

Radar- und Richtfunkanlagen der Außenstationen werden über die Monitore in der Zentrale fernbedient und überwacht. Durch ein Built-In-Test-Equipment ist das Wartungspersonal jederzeit in der Lage, sich über den Betriebszustand der Anlagen zu informieren, um im Bedarfsfall eingreifen zu können. Das Personal wird in den Mess-, Wartungs- und Instandsetzungsaufgaben durch Rechnersysteme mit modernen Betriebssystemen unterstützt. Das VTS-System verfügt über eine moderne Schiffsdatenverarbeitung, die sich auf eine ORACLE- Datenbank stützt. In dieser Datenbank werden wichtige Schiffsdaten wie Name, Länge, Breite, Ladung, Bestimmungshafen usw. erfasst, dem Wachleiter zur Verfügung gestellt und zur statistischen Auswertung vorgehalten. Über moderne UKW-Funkanlagen stehen Nautiker und Lotsen in der Verkehrszentrale mit der Schifffahrt auf den Küstenfunk-Arbeitskanälen 15, 18, 20 und 21 in Sprechverbindung. Für die Überwachung der unbemannten Leuchttürme und Außenstellen sowie zur Erfassung und Darstellung wichtiger Messwerte wie Wasserstände, Sichtweiten, Wetterinformationen u. a. steht den diensthabenden Nautikern eine breite Palette weiterer wichtiger Informations- und Visualisierungssysteme zur Verfügung. Das VTS Ems ist für die Integration des gegenwärtig international eingeführten Kollisionsverhütungssystem AIS (Automatic Identification System) vorbereitet. Hierbei werden fahrtrelevante Daten der in der Nähe befindlichen Schiffe (Name, Position, Kurs usw.) über UKW-Datenfunk-Anlagen automatisch mitgeteilt und in die auf den Fahrzeugen in der Umgebung des sendenden Schiffes sowie in die in der zuständigen Verkehrszentrale vorhandenen Sichtgeräte eingeblendet. Die Radarkette wird gegenwärtig um eine Station im Bereich der Seeschleuse in Emden erweitert. Zusätzlich bestehen Pläne, das Radarbild der holländischen Station Schiermonnikoog in die Verkehrszentrale Ems zu übertragen. Damit wird die Zufahrt zum Emder Hafen und die Fahrt auf der Ems noch sicherer.