Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden

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Inhalt: Die Geschichte

Ab 1539 begann die Stadt Emden, das Emsfahrwasser mit hölzernen Tonnen zu bezeichnen und auf Borkum und Rottum Baken zu setzen und dafür von den Schiffern ein Tonnengeld zu erheben. In ihrer Blütezeit, um 1570, hatte Emden mehr Schiffe als England unter Königin Elisabeth I. Auf dem Standort des alten Borkumer Kirchturmes ließ Emden 1576 einen 41 m hohen Turm bauen, den jetzigen Alten Borkumer Leuchtturm, dessen Dach eine neun Meter hohe schiefergedeckte Spitze bildete. Der Turm diente als Tagesmarke. Das erste Leuchtfeuer an der Ems, das die Annäherung an die Küste bei Nacht ermöglichte, war 1780 eine Feuerbake oder "Blüse" auf Borkum. In einem viereckigen Feuerkorb verbrannte der "Vüürstoker" pro Nacht 400 bis 700 kg schottischer Kohlen. Emden verhandelte mit den Niederlanden über den gemeinsamen Bau und den Betrieb dieses Feuers. Der hierüber geschlossene Vertrag - die "Convention von Harlingen" - wurde 1782 in Berlin ratifiziert. Er markiert den Beginn der jahrhundertelangen bemerkenswert guten Zusammenarbeit der deutschen und niederländischen Seezeichenverwaltungen an der Ems.

Alter Leuchtturm BorkumLeuchtturm Norderney

1817 ließ die Stadt Emden, seit 1815 zum hannoverschen Königreich gehörend, den Borkumer Turm zu einem Leuchtturm mit 27 Öllampen und Parabolspiegeln umbauen - der sogenannten "Seebeleuchtungsanstalt Borkum". Alter Leuchtturm Borkum Leuchtturm Norderney 1823 übernahm die königliche General-Direktion des Wasserbaus in Hannover die oberste unmittelbare Leitung des "Ostfriesischen Seebaus", d.h. des Seezeichenwesens. Diese Behörde ließ 1857 den Borkumer Leuchtturm auf ein zeitgemäßes Leuchtfeuer mit einem über zweieinhalb Meter hohen Leuchtapparat von 700 mm Brennweite mit
festem Feuer umbauen. Als dieser Turm im Februar 1879 ausbrannte, errichtete die Wasserbauinspektion Emden innerhalb eines halben Jahres einen neuen Leuchtturm, den heutigen Großen Leuchtturm Borkum. An dem Bau dieses Turmes trugen die Niederlande ein Drittel der Kosten. Auch an der Auslegung eines Feuerschiffes vor dem Borkumer Riff 1875 und an dessen Unterhalt hatten sich die Niederlande mit einem Drittel der Kosten beteiligt.

Seekart von 1865

1859 errichtete die Seezeichenverwaltung an der Knock an einer hervorspringende Eckes des Deiches (heute steht an dieser Stelle eine Bake mit einer Raute) ein sechs Meter hohes hölzernes Gestell mit einer Rüböllampe und einem kleinen Fresnelschen Linsenapparat. Es war neben dem Borkumer Turm das zweite Leuchtfeuer an der Ems. Ein Wärter hatte diese "Laterne an der Knock" zu betreuen.

alter Leuchtturm Knock Quermarke Knock.

1888 ersetzte ein kleiner eiserner Turm das alte Holzgestell (er zierte später das Wappen der Gemeinde Wybelsum). Der kleine Leuchtturm Knock erhielt zunächst ein Petroleumlicht und ab 1924 ein Gaslicht. 1952 wurde er an das Stromnetz angeschlossen und 1961 um einige hundert Meter weiter nach Westen auf den Standort der jetzigen Verkehrszentrale Ems versetzt. Nach dem Bau des Radarturmes 1971 ist das Quermarkenfeuer Knock in 29 Metern Höhe über dem Wasserspiegel in das Betriebsgeschoss des Turmes integriert worden. 1883 beschlossen die preußischen und niederländischen Mitglieder der Emskommission einen Plan für die Befeuerung der Ems von See bis Delfzijl und Emden. Er führte zum Bau von Leitfeuern auf Borkum (Kleiner Leuchtturm, heute auch Radarstation), der niederländischen Insel Rottum, auf dem deutschen Festland bei Pilsum ("Otto"-Turm) und Campen (höchster deutscher Leuchtturm), auf der niederländischen Seite bei Watum und Delfzijl, sowie zum Bau zweier Quermarken auf der Randzelplate.

Leuchtfeuer CampenRichtfeuer

In den Sechziger Jahren begann das WSA Emden mit der Einrichtung eines Revierfunks und dem Bau einer Landradarkette an der Ems, deren Zentrale 1972 an der Knock eingerichtet wurde. In den Siebziger Jahren stellte das WSA Emden die Leuchttürme auf automatischen Betrieb um, legte 1988 zwischen
Emden und Leer Leuchttonnen aus, die 1990 auf Solarenergie umgestellt wurden und errichtete solarbetriebene Leuchtbaken auf der Ems zwischen Leer und Papenburg zur Erleichterung der Nachtschifffahrt auf der Unterems.