Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Ledasperrwerk


Ledasperrwerk mit neuem Schöpfwerk
Ledasperrwerk mit neuem Schöpfwerk

Der Bau des Leda-Sperrwerkes

Der Bau des ersten Tidesperrwerkes nach dem Kriege begann im Herbst 1950; die fertige Anlage konnte im Juli 1954 in Betrieb genommen werden. Bereits im Dezember 1954 bewährte sie sich bei einer hohen Sturmflut. Das Sperrwerk ist als Schützenwehr mit fünf Öffnungen von je 14 Metern Breite errichtet worden. Es konnte in einem Ledabogen im Trockenen gebaut werden. Dann wurde ein etwa 1.000 Meter langer Durchstich hergestellt und seither steht das Bauwerk im „Fluss“. Zum Sperrwerk gehört das 1956/57 erbaute Entlastungsbauwerk für den etwa 135 ha großen Speicherpolder zur Aufnahme von Oberwasser. Dieser steht im Eigentum des Leda-Jümme-Verbandes.

Planung und Zweck des Leda-Sperrwerkes

Karte Emsmündung

Die Leda und ihr Nebenfluss Jümme entwässern ein ca. 35.000 ha großes Niederungsgebiet. Durch diese Flüsse können auch Wind- und Sturmfluten aus der Ems in das verzweigte Gewässernetz eindringen und vor allen Dingen bei starken Niederschlägen zu weiträumigen Überschwemmungen führen. Die vielen niedrigen Deiche an den Unterläufen der Leda und Jümme waren aufgrund höher auflaufender Fluten nicht mehr ausreichend, und eine Erhöhung und Verstärkung dieser langen Deichlinien wäre nur unter größten technischen und finanziellen Schwierigkeiten möglich gewesen.

Daher wurde am Unterlauf der Leda ein Sturmflutsperrwerk geplant. Nach jahrelangen Vorbereitungen, unterbrochen durch den Zweiten Weltkrieg, konnte das damalige Wasser- und Schifffahrtsamt Leer 1949 einen Entwurf für ein Sperrwerk aufstellen. Die Planungen und der Bau lagen in den Händen der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes, die Eigentümerin der Bundeswasserstraße Leda ist. Das Sperrwerk bildet darüber hinaus das „Schlüsselbauwerk“ für wasserwirtschaftliche und kulturbautechnische Aufgaben im Leda-Jümme-Gebiet, wofür 1948 der Leda-Jümme-Verband gegründet wurde.



Leda-Schöpfwerk

Karte Leda-Sperrwerk

Von 2000 bis 2001 wurde unmittelbar neben dem Leda-Sperrwerk das Leda-Schöpfwerk zur Verbesserung der Hochwasser und Sturmflutsicherheit im Leda-Jümme Gebiet errichtet. Das Schöpfwerk soll auch zur Wasserbewirtschaftung in der Ems bei Schiffsüberführungen genutzt werden, wenn im Zusammenwirken mit dem in Gandersum neu errichteten Ems-Sperrwerk der Stauraum der Ems gefüllt werden muss.

Das Bauwerk wurde durch das Land Niedersachsen,dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft und Küstenschutz (NLWK) geplant und errichtet. Wegen der engen betrieblichen Zusammenhänge zum Leda-Sperrwerk, erfolgt die Steuerung des Pumpenbetriebes von der Schaltzentrale des Leda-Sperrwerks aus. Das Schöpfwerk hat eine Pumpleistung von 40 m³/s und kann bei Bedarf bei längerer Schließzeit des Leda-Sperrwerks das Leda-Jümme-Gebiet zusätzlich entlasten.



Betriebsweise

Das Leda-Sperrwerk ist in der Regel geöffnet, um die normalen, natürlichen Wasser- und Tideverhältnisse nicht zu beeinflussen. Das Tidevolumen beträgt etwa 4 - 5 Mio. m³. Wenn Wasserstände von 50 cm über Mitteltidehochwasser zu erwarten sind, werden die Tore um Tideniedrigwasser geschlossen. Es sind jedoch auch nachträgliche Vollsperrungen bei auflaufendem Wasser möglich. Zur sinnvollen Steuerung des Sperrwerkes ist ein Pegelfernübertragsungssystem vorhanden, u. a. von den Pegeln Borkum und Dreyschloot. Das Leda-Sperrwerk musste seit der Inbetriebnahme (Juli 1954) bis heute etwa 5.000 mal geschlossen werden, um höheren Fluten vorzubeugen. Von Jahr zu Jahr sind große Schwankungen in der Zahl der zu sperrenden Tiden zu verzeichnen.


Sperrungen

Das nur durch niedrige Flussdeiche gesicherte Leda-Jümme-Gebiet soll vor höheren Tiden einschließlich Sturmfluten geschützt werden. Daher wird das Tidesperrwerk bei höher anlaufenden Tiden geschlossen. Nach der im Sperrwerk ermittelten Wasserstandsvorhersage wird entschieden, ob eine Sperrung erforderlich ist. Die Vorhersage berücksichtigt:

Grafik Anzahl der Sperrungen pro Jahr

Die Anzahl der Sperrungen pro Jahr ergibt sich aus der Grafik; die meisten Sperrungen sind im Winterhalbjahr zu verzeichnen. Außergewöhnlich hohe Sturmfluten am Sperrwerk waren am 22. Dez. 1954 mit 459 cm, am 16. Febr. 1962 mit 512 cm, am 4. Jan. 1976 und am 28. Jan. 1994 mit jeweils 502 cm über NN. Das zz. gültige Tidehochwasser (1991/2000) beträgt 172 cm über NN.


Bauunterhaltung der Sperrwerksanlage

unterhalb der SperrwerksanlageDas Leda-Sperrwerk wird im mehrjährigen Rhythmus durch fachkundige Ingenieure unter Anwendung technischer Hilfsmittel und ggf. mit Unterstützung spezieller Institutionen wie der Bundesanstalt für Wasserbau oder Materialprüfanstalten überwacht und geprüft. Dabei wird die Standsicherheit, die Funktionsfähigkeit und der bauliche Zustand der Anlage geprüft und es werden ggf. Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt. Hierzu ist es u. a. erforderlich, die Öffnungen der Sperrwerksanlage vollständig trockenzulegen, um auch die ständig unter Wasser befindlichen Bauteile untersuchen zu können. Die Öffnungen werden mit Notverschlüssen abgedämmt, leer gepumpt und anschließend inspiziert.

Bild: Dammbalkeneinsatz während einer Bauwerksinspektion