Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes


Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Emden

Hier gelangen Sie direkt zum Inhalt der Seite.

 

Hauptnavigation:


Inhalt: Leuchtturm Campen

 

Wissenswertes

OSTFRIESLANDS EIFELTURM


Der Campener Leuchtturm ist ein Bauwerk mit großer Strahlkraft. Er sieht nicht nur so aus wie der kleine Bruder vom Pariser Eiffelturm, sondern er ist auch noch im selben Jahr erbaut worden.

Knapp 30 Seemeilen, rund 55 Kilometer, weit schickt er sein Licht in die dunkle Nacht aufs offene Meer hinaus. Der Turm ist nicht nur Deutschlands höchster, sondern auch das stärkste deutsche Leuchtfeuer und somit das bedeutendste in der Emsmündung. Der Leuchtturm Campen an der Ems dient als Tagesmarke und nachts als Leitfeuer zur Fahrt großer Schiffe durch das Randzelgat. 
Der Turm steht an der Ostfriesischen Westküste auf der Position 53°24‘ N, 07° 01‘ E.

Als bislang größten Leuchtturmbau der deutschen Nordseeküste schrieb die Wasserbauinspektion Emden1888 das Bauvorhaben aus und ein Jahr später wurde es realisiert. Nur der steinerne Leuchtturm an der polnischen Ostseeküste bei Swienemünde ist noch drei Meter höher. Nach dem so genannten Elektrischen Leuchtturm auf Borkum war er der zweite elektrisch betriebene Leuchtturm Deutschlands überhaupt. Für die damalige Zeit eine kleine Sensation.    

So sprachen die ostfriesischen Tageszeitungen im September 1889 von einer kolossalen Höhe „und außerdem erhält er elektrisches Licht“. Denn elektrischen Strom gab es zu dieser Zeit in Ostfriesland noch nicht.

Der Strom für den Betrieb der Lampen wurde im Maschinenhaus der Leuchtfeueranstalt Campen erzeugt – zunächst durch Dampfmaschinen, die im Jahr 1906 durch zwei einzylindrige Dieselmotoren mit 20 PS Leistung ersetzt wurden. Noch heute steht einer der beiden Dieselmotoren – einzig in seiner Art – an seinem ursprünglichen Platz. Es ist einer der letzten noch zu Lebzeiten von Rudolf Diesels (1858 – 1913) erbaute Dieselmotor, der regelmäßig zum Tag des Denkmals im September noch in Betrieb genommen wird. Erst 1932 wurde der Leuchtturm „Campen“ an das Überlandnetz der „Stromversorgungs-Aktiengesellschaft Oldenburg-Ostfriesland“ angeschlossen.

In der heutigen Zeit wird das Leuchtfeuer automatisch betrieben und von der Verkehrszentrale des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Emden an der Knock ferngesteuert und fern überwacht – bis hin zum Birnenwechsel.

"Seine eigenartige Bauart ist bemerkenswert genug, um auch das Interesse weiterer Kreise hervorzurufen“, schrieb die Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieureim November 1890. 


Auch heute ist er noch ein architektonischer Publikumsmagnet.
Innerhalb von nur fünf Monaten entstand das Bauwerk hinter dem sicheren Emsdeich bei Groß-Heiselhusen. Ein so genannter Stahlfachwerkturm, deren tragendes Element ein  Fachwerk aus genieteten Eisenteilen ist.  Vor allem im 19. Jahrhundert kam diese Bauweise in Mode. Der Pariser Eiffelturm ist das bekannteste Bauwerk dieser Art.

Er entstand für die Weltausstellung 1889 in Paris, dem Jahr, in dem auch der Campener Leuchtturm gebaut wurde, und setzte Metall endgültig als architektonisches Gestaltungsmittel durch. Gittertürme wurden deshalb gebaut, weil sie verhältnismäßig leicht sind. So ist nur der Treppenaufgang ummantelt. Trotzdem bringt er es auf 300 Tonnen Gesamtgewicht. Je nach Windstärke können in der Verankerung zudem noch Zugkräfte von etwa 135 Tonnen entstehen. Dem entsprechend tief sind auch  die Fundamente. Denn der Marschboden war zu weich. Deshalb trieben die Arbeiter damals vier eiserne Brunnenschlingen – drei für die Pfeiler und einen für den Treppenschacht –
etwa 14 Meter tief auf festen Sandboden und setzte darauf das Fundamentmauerwerk.

Der Gitterturm gehört zu einem ausgeklügelten Leuchtfeuersystem, das 1883 preußische und niederländische Seezeichenexperten entwickelten und vor allem ein Ziel verfolgte:

den Seeweg nach Emden sicherer zu machen und somit die Seehafenstadt aus der Krise zu führen. Dazu gehörte auch der Pilsumer Leuchtturm, der nur knapp zehn Kilometer weiter nördlich steht. Die Navigation war aufgrund vieler Krümmungen des Fahrwassers für goße Fahrzeuge auch am Tage nicht einfach und ohne Leuchtfeuer bei Nacht überhaupt nicht möglich.

„Nach Ausführung dieser Anlagen ist zu hoffen, dass Emden später seine hohe Bedeutung als Handelsstadt wiedererlangen wird“
, so die Hoffnung damals.

Aber auch mit Leuchtfeuern war der Weg kein leichter: 

„Einfahrende Schiffe halten zunächst auf den Borkumer Turm, bis sie das Licht von Rottum zu Gesicht bekommen, fahren auf dieses zu, bis sie in den zweiten Strahl des Borkumer Feuers gelangen. In der Nähe der Insel trifft sie ein Strahl des Campener Feuers; die Schiffe verfolgen dieses und dann nach einander das Leitfeuer von Pilsum, den zweiten Strahl  des Leuchtturms zu Campen, den zweiten Strahl von Delfzijl, den ersten Strahl von Watum, den ersten Strahl von Delfzijl, den zweiten Strahl von Watum und zuletzt den dritten Strahl des Leuchtfeuers Delfzijl. 
Unfern der Emder Schleuse können die Schiffe vor Anker gehen.“

 

 Foto: Bildarchiv WSA Emden    Foto: Bildarchiv WSA Emden

Bau des Leuchtfeuers Campen 1889, Bildarchiv WSA Emden             Ansicht LF Campen 1968, Bildarchiv WSA Emden

 

 

 

Aussichten


Bei klarer Sicht reicht der Rundumblick kilometerweit in das flache Krummhörner Land. Und über die Ems nach Holland und weiter 
zur Nordseeinsel Borkum. Für diese Aussicht müssen aber 332 Stufen bezwungen werden. Doch die Mühen lohnen sich. 
Hier oben hat man den Eindruck, über die Grenzen der Welt hinausblicken zu können.

 

Foto: Werner Arendt, WSA Emden       Foto: Stromann, SKN       Foto: Stromann, SKN 
Foto: Stromann, SKN

 

 

Ansichten

Als leuchtfeuertechnische Einrichtung dient ein Präzisionssektorenfeuer. Dieses erzeugt ähnlich einem überdimensionalen Diaprojektor 
einen Lichtfaden von nur 0,3° Öffnungswinkel im Leitsektor. Mit einer Betriebslichtstärke von 4,5 Millionen Candela zählt er zu den lichtstärksten Feuern der deutschen Küste.
Sein Licht hat eine Tragweite von 30 Seemeilen.

 

Wendeltreppe, © Foto: Stromann, SKN     Präzisionsfeuer,© Foto: Stromann,SKN     Kennungsgeber,© Foto: Werner Arendt, WSA Emden

      Wendeltreppe mit 332 Stufen                       Sektorenfeuer                                     Kennungsgeber

 

Daten

 

Einsichten

Den Namen Leuchtfeuer-Anstalt bekam der Turm und seine Nebengebäude wegen der Dieselaggregate, die den elektrischen Strom erzeugten.
Heute ist zwar immer noch ein Dieselmotor vorhanden, aber nur noch als Notstromaggregat. Dass eine Notstromversorgung sinnvoll ist, zeigte sich bei der Flutkatastrophe 1962, als die Wassermassen die Netzverbindung unterbrochen hatten. Dank des Diesels leuchtete das Licht weiter. Die ursprüngliche Optik im Kopf des Turmes stammte aus Frankreich und verbreitete ein gelbliches Licht, weshalb es von den Seeleuten auch als „Mond von Campen“ bezeichnet wurde.

Heute brennt auf 62 Metern Höhe eine 2000-Watt Xenon-Hochdrucklampe mit Wechseleinrichtung.

 

Diesel DM 20,© Foto: Werner Arendt, WSA Emden  Xenon-Lampe,© Foto: Werner Arendt, WSA Emden  Maschinenraum,© Foto: Werner Arendt, WSA Emden

Im Maschinenhaus des Turmes steht ein MAN-Dieselmotor DM 20 von 1906.

Er ist der älteste Dieselmotor, der immer noch betriebsbereit an seinem ursprünglichen Standort steht.
Obwohl in den letzten 50 Jahren keinerlei Wartungen oder Reparaturen vorgenommen worden sind, befindet er sich in einem hervorragenden Zustand.

Dies stellte ein Experten-Team aus ehemaligen MAN Mitarbeitern im Juni 2013 bei einer Besichtigung des Diesel-Motors fest.

 

Typenschild,© Foto: Werner Arendt, WSA Emden  

 

Technische Daten:

Über einen Antriebsriemen betreibt der Dieselmotor einen Generator, der mit einem interessanten elektromechanischen Regler eine konstante Betriebsspannung liefert.

Bei dem Dieselmotor befindet sich die 1976 außer Betrieb genommene leuchtfeuertechnische Einrichtung, eine 2,16 m hohe Gürtelleuchte von 1937 mit der alten Glühlampe und den sogenannten Otterblenden als Kennungsgeber. Angeschlossen über dessen Generator ist die alte leuchtfeuertechnische Einrichtung mit einer zweieinhalb Meter hohen Optik und Otterblenden-Kennungsgeber.

 

Optik © Foto: WSA Emden

Zweieinhalb Meter hohen Optik und Otterblenden-Kennungsgeber

 

Weitere Informationen erhalten Sie bei der :

Touristik GmbH

Krummhörn-Greetsiel

Rathausstr. 1

26736 Krummhörn

E-Mail: info@greetsiel.de

Internet: www.greetsiel.de

Internet: campener -leuchtturm.de